Filmprojekt des Neigungskurses Kunst von Frau Dette 2006

Daniel an der Ampel
Daniel an der Ampel
Isabel im Rollstuhl vorm Rathaus
Isabel im Rollstuhl vorm Rathaus
Beate und Daniel
Beate und Daniel
Barbara, Marina und Jenny
Barbara, Marina und Jenny
Beate und Jenny mit Kameras
Beate und Jenny mit Kameras
Beate mit verbundenen Augen
Beate mit verbundenen Augen
Daniel an der Ampel
Daniel an der Ampel
Daniel und Isabel an einer Treppe
Daniel und Isabel an einer Treppe
Jennifer, Marina und Beate
Jennifer, Marina und Beate
Stefan, Isabel und Beate am Rathaus
Stefan, Isabel und Beate am Rathaus

„He, dazu gehört Mut, okay!“

11 Schülerinnen und Schüler des Neigungskurses Bildende Kunst Klasse 12 haben zusammen mit ihrer Kunsterzieherin Christiane Dette und dem Tübinger Filmemacher Harald Weiß im Juli 2006 einen Kurzfilm gedreht, der am 7. Dezember 2006 am MGG Premiere hatte. Unter den verschiedenen Ideen der Schülerinnen und Schüler zum Schwerpunktthema Realismen entschieden sich die Abiturienten dafür einen Film über Schwierigkeiten von Behinderten im Alltag zu drehen. Am ersten Drehtag entdeckten die Schülerinnen und Schüler dann das Fehlen einer Blindenfurt an der Fußgängerzone und beschlossen, den ursprünglichen Drehplan umzuwerfen und mit dieser Entdeckung eines Defizits am Horber Rathaus vorstellig zu werden. Die Jugendlichen wollten mit ihrer filmischen Reportage für dieses Thema sensibilisieren und etwas bewegen – dies scheint ihnen gelungen zu sein:

Filmpräsentation im Ratsausschuss!

Am Dienstag, 30. Januar 2007 um 18 Uhr wurde ihr Kurzfilm in einer öffentlichen Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses des Horber Gemeinerats im Feuerwehrgerätehaus präsentiert! Über diese Sitzung schreibt Beate Riefer:

BK-Film bringt Oberbürgermeister Theurer ins Schwitzen

"Die Diskussion über unseren Film „Hey! Dazu gehört Mut, ok!“ brachte am vergangenen Dienstag überraschende Erkenntnisse.
Zum einen begeisterte uns das große Interesse der Anwesenden und deren Bereitschaft sich auch in Zukunft intensiver mit dem Thema der Barrierefreiheit für Behinderte zu befassen.
Zum Anderen überraschte die Tatsache, dass der Film Spielraum für von uns nicht beabsichtigte Interpretationsansätze zuließ.
Alles in Allem freut uns der Erfolg unseres Kunstprojektes.
Viele Grüße, euer BK-Neigungskurs 2005/07"

Filminhalt:

Eine Schülerin und ein Schüler wollen sich in die Situation eines Blinden versetzen. Sie lassen sich nacheinander die Augen verbinden und irren mit einem Stock durch die Fußgängerzone. Das Ende der Fußgängerzone markiert eine Ampel. Diese Ampel sichert eine stark befahrene Straße. Sie sichert die Fußgänger vor den Autos. Ist rot, halten die Autos. Was aber, wenn jemand das Rot nicht sieht, weil er blind ist? Der Schüler steht drei Grün-Phasen an der Ampel und verzweifelt. Einmal will er aus Verzweiflung über die Straße, aber die anderen Schüler halten ihn zurück und der Selbstversuch wird sogleich abgebrochen. Aber allen ist klar, dass dies hier nicht nur ein Blindenproblem, sondern ein politisches Problem ist. Bei der Stadtplanung war vergessen worden, an wichtigen Stellen Blindenfurten anzulegen. Mit dieser Erkenntnis ist der Fortgang des Filmes klar: es sollte nun weniger um das "Nachfühlen von Behinderungen" gehen, sondern um die mangelhafte "Einrichtung" der Stadt Horb für "Behinderte". Beim zweiten Dreh sitzt eine Schülerin im Rollstuhl und wird mit einer Beschwerde beim Bürgeramt vorstellig. Ihr Anliegen: in der Stadt kommt ein Blinder nicht mehr aus der Fußgängerzone heraus; es sei denn, er geht einen Umweg von mehr als einem Kilometer (, wenn er diesen Umweg sehen könnte). Die Presse ist sehr interessiert an diesem Dreh, Entscheidungsträger der Stadt treten vor die Kamera. Zusammenhänge werden plötzlich deutlich, die Widersprüche in den Aussagen der Interviewpartner treten zu Tage und die Unfähigkeit der Entscheidungsträger, sich in die Behinderten hineinzuversetzen wird offensichtlich.

Teamliste

Neigungskurs Bildende Kunst Jahrgangsstufe 12 des Martin-Gerbert-Gymnasiums Horb unter der Leitung von Christiane Dette (Kunsterzieherin) und Harald Weiß (Tübinger Filmemacher).

Darsteller

„blind": Beate Riefer, Daniel Müller; im Rollstuhl: Isabel Löffler, schiebend: Stefan Göttler; Angestellte der Stadtverwaltung Horb

Kamera

Jenny Aspiron, Beate Riefer, Daniel Müller, Stefan Göttler

Interviews

Barbara Klink, Julia Rebholz, Pia Rhode und Marina Wallner

Idee und Regie

SchülerInnen des Neigungskurses, mit Unterstützung von H. Weiß und C. Dette

Schnitt

Schülerinnen des Neigungskurses, mit Unterstützung von H. Weiß und C. Dette

Fotodokumentation

Jennifer Buhmann und Elfriede Ress

Nach oben

© 2006-2017 Martin-Gerbert-Gymnasium Horb