Darum geht’s ja!

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Ein Filmprojekt im vierstündigen Neigungskurs Bildende Kunst von Christiane Dette

Schule kann ziemlich anstrengend sein – besonders wenn die Aufgabe darin besteht, einfach nur zu überleben, aber „Darum geht’s ja!“. So lautet der Titel einer Dokumentation im Rahmen eines Filmprojekts, das im vierstündigen Neigungskurs Bildende Kunst von Christiane Dette am Martin-Gerbert-Gymnasium entstand, unterstützt vom erfahrenen Filmemacher und Medienpädagogen Dr. Harald Weiß.

Die Aufgabe für das Filmprojekt haben sich die Schüler selbst gestellt und sich drei Tage und Nächte mitten im Nirgendwo dafür oft genug verflucht. Ganz schön bescheuert, was sie sich da vorgenommen hatten: Mit nur 5 Euro Notfallgeld, ohne Handy, ohne Dach überm Kopf und lediglich einem Schlafsack vom 70 Kilometer entfernten Haslach zu Fuß wieder nach Hause durchschlagen. Ok, immerhin hatten sie etwas zu Essen dabei: drei Scheiben Brot! Ein bisschen Luxus musste eben doch sein.

Doch warum ausgerechnet Haslach? Diese Frage hatten sich die Schüler gestellt, als ihnen wenige Minuten vor der Abreise von Mitschülern das Ziel mitgeteilt worden war. Sie sollten von einem Ort aus starten, den keiner von ihnen je auf einer Landkarte wahrgenommen hat. Die Orientierungslosigkeit war gewollt. Wenn sich die Schüler einmal nicht verliefen oder auf Obstbäumen vergeblich nach Essen suchten, trafen sie unterwegs auf verschiedene Leute. Einige waren sehr hilfsbereit und interessiert am Projekt, manch anderem hat man die Verwirrung jedoch bereits aus der Ferne angesehen.

Nach dem Finden von Nahrung, Wasser und dem kürzesten Umweg bestand abends die Herausforderung darin, ein Dach überm Kopf für die regnerischen Nächte zu finden. Dabei erlebten die Schüler, wie eine Nacht sich eher nervenaufreibend und kurz gestalten kann, wenn man sie beispielsweise bei einer verlassenen Entzugsklinik verbringt. Wieder angekommen am Horber Bahnhof war die ganze Gruppe erschöpft, übernächtigt und hungrig. Aber auch stolz, das Ziel erreicht zu haben.

In den wenigen Tagen, die ihnen wie Wochen vorkamen, haben sie im Selbstversuch deutlich gemerkt, wie wichtig Hilfsbereitschaft ist und was man ansonsten tagtäglich als Selbstverständlichkeit ansieht. Das realisiert man in dem Moment, wenn eine warme Dusche, eine kurze Autofahrt oder eine kleine Flasche Cola sich plötzlich anfühlt wie ein Millionengewinn.

Es war eine neue und wichtige Erfahrung, nur mit dem Nötigsten auszukommen – sogar ohne das sonst so unentbehrlich scheinende Handy – und machte alle in ihrem Handeln bewusster. Obwohl die Wanderer viel fluchten und sich wegen der Blasen an den Füßen oft nach Hause wünschten, war es gut und etwas ganz Besonderes, an diesem Projekt teilgenommen zu haben. Im Herbst werden sie ihren Film bei einer Premierenfeier am MGG vorstellen. 

Text und Photos: Annina Sarantis KS1
Eingestellt am 6. 8. 2014

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