Keine Verantwortung für die Verbrechen des NS-Regimes?

Filmvorführung Thema Euthanasie

Filmvorführung des Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern

  • Martin-Gerbert-Gymnasium Horb und Dr. Timm Kern (FDP) organisieren Filmvorführung
  • Kursstufe 1 und 2 setzen sich mit Film zu Euthanasie-Programm der NS-Diktatur auseinander
  • Die anschließende Diskussion beinhaltet Fragen zu den Themen Menschlichkeit, Moral, Gesetz und der heutigen Verantwortung als junge Heranwachsende

„Die heutige Generation trägt keine Verantwortung für die Verbrechen des NS-Regimes. Aber wir tragen eine gemeinsame Verantwortung, das nie wieder in lebenswertes und lebensunwertes Leben eingeteilt wird.“

Mit diesen Worten beschrieb der(FDP) das Ziel seiner Filmvorführungen, die er seit einigen Jahren organisiert und die dieses Mal am Horber Martin-Gerbert-Gymnasium stattfand.

Mit den Lehrern André Deuschle und Markus Schüz, sowie Heinz Högerle vom Verein „Ehemalige Synagoge Rexingen“ zeigte der Landespolitiker den Schülerinnen und Schülern der Kursstufe 1 und 2 einen 2016 erschienenen Film, der die Ermordung kranker und behinderter Menschen während der NS-Diktatur thematisiert. Hauptfigur ist ein Junge, der in einer Pflegeanstalt untergebracht und schließlich ermordet wird, weil er als unerziehbar angesehen wurde. Dieses Schicksal erlitten Tausende durch das „Euthanasie-Programm“ der Hitler-Diktatur.

Nach dem zweistündigen Film diskutierten die rund 140 Schülerinnen und Schüler über den Aspekt Menschlichkeit – wo wurde dieser im Film erkennbar und wie können wir ihn in unserem Alltag umsetzen? Auch die Frage, was Menschen zu bestimmten Handlungen bringt und legitimiert, wurde erörtert, dabei wurden vor allem die Gesichtspunkte Religion, Moral oder auch bestimmte Gesetzesgrundlagen in Betracht gezogen. Als am grundlegendsten tat sich die Frage auf, wie der behandelte Film mit dem heutigen Leben als Schüler in Verbindung gebracht werden kann – hierbei sprachen viele der Redner die heute zu tragende Verantwortung einer jungen Generation an, die sich gerade in öffentlichen Räumen wie der Schule gegen Diskriminierung und Mobbing stark machen kann und soll. „Viele Leute können kleine Schritte gehen“, merkte Andre Deuschle, MGG-Lehrer und Betreuer des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, an. Dieses Bewusstsein und der Einsatz für eine geeinte Schulgemeinschaft, die sich gegen Ausgrenzung und Rassismus stellt, war ein klares Fazit der an den Film anschließenden Diskussion und ist auch außerhalb des Schulprojekts Ziel des täglichen Zusammenlebens.

Kern ist Pate des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Martin-Gerbert-Gymnasium. In diesem Netzwerk wenden sich über 2.500 Schulen in Deutschland gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt.

Verantwortlich: Tim Kern MdL
Eingestellt am 26. 3. 2018

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