Richtig essen im Schul-, Berufs- und Studentenalltag

  • Vortrag von Sven Bach

Vortrag von Sven Bach am 18.10.2018

Der Elternbeirat des Martin-Gerbert-Gymnasiums hat einen Vortrag mit Sven Bach zum Thema „Richtig essen im Schul-, Berufs- und Studentenalltag“ organisiert, der in der Mensa des MGG stattfand.

Zu Beginn des Vortrags zeigte Herr Bach ein Foto, das er in einem Horber Supermarkt aufgenommen hat, was zwei Schüler auf ein Beförderungsband gelegt haben. Einer hatte eine große Flasche Cola und der andere eine Packung Oreo-Kekse, Softkekse und eine Flasche Wasser. Als der Letztere gefragt wurde, warum er statt Cola eine Flasche Wasser kaufte, antwortete er, dass er seinen Mund durchspülen müsse, weil es sonst alles klebe!

Laut Statistik hat heute ein 10-jähriges Kind ca. 50% weniger Muskelanteil im Vergleich zu den Kindern der 60-er, 70-er oder 80-er Jahrgänge. Allein durch die Bewegungsarmut werden die heutigen Kinder rund 6-7 kg schwerer. Beispielweise wird ein 13-jähriges Kind mit 15 kg Übergewicht, statistisch gesehen, zu 95% nicht mehr schlank. Bereits mit 25 Jahren kann es gesundheitlichen Probleme bekommen.

Zurück zu dem Bild aus dem Supermarkt: alle Kekse in den zwei Packungen werden zum Mittag gegessen, teilte der Schüler mit, und nicht über die Tage verteilt. Die Kekse haben 239 g Zucker und entsprechen insgesamt 1880 kcal. Über diesen alarmierenden Zustand informierte Herr Bach, ein staatlich geprüfter Diätassistent, etwa 80 anwesenden Eltern und Schülern. Mit wenig Geld kann man durch überall zugängliche Süßigkeiten sehr viel Fettmasse aufbauen. Eltern müssen den Kindern allerdings keine Süßigkeiten entziehen. „Rein wissenschaftlich gesehen kann ein aktives Kind unter 10 Jahren, das auch Sport treibt, mit einem Energieverbrauch von 1800-2200 kcal etwa 250–300 kcal Süßes unproblematisch essen“, so Bach. Zu beachten ist, dass in diesen „Süßigkeiten“ ein süßes Mittagessen wie z. B Pfannkuchen mit Apfelmus, der Fruchtjoghurt zwischendurch usw. schon enthalten sind.

Zwar spielt die Veranlagung eine Rolle, doch ist es sehr wichtig, auf das Essen zu achten, auch wenn man schlank sei. Wenn man in jungen Jahren täglich unphysiologisch 80-120 g schlechte Makronährstoffe wie Zucker oder Palmfett zu sich nimmt, kann es in späteren Jahren zu Autoimmunerkrankungen führen. Zum Beispiel haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Generation, die viel Glutamat gegessen hat, viel mehr an neurotoxische Erkrankungen wie die Alzheimer leidet.

Weiter gab Herr Bach, der zwei erfolgreiche Praxen führt, den Eltern Tipps, wie sie deren Kinder im Alltag unterstützen können. Wenn das Kind vor einer Klassenarbeit oder Klausur steht, soll es etwas schnell Resorbierbares wie eine Banane oder einen Apfel oder Brot mit Marmelade eineinhalb bis zwei Stunden vorher essen. Ein perfekter Tag kann mit Haferflocken und Obststücken als Frühstück beginnen, zum Mittag darf auch mal ein Döner oder eine Currywurst gegessen werden und am Abend eine gute Portion Kartoffeln, Eier und Gemüse. Als Zwischenmahlzeiten können Kinder ruhig Naturjoghurt mit etwas Puderzucker, Nüsse, Obst oder Quark essen.

Sein Fazit lautet, man solle grundsätzlich normal relevante Makronähstoffe essen, wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Fett. Wer sich täglich so ernährt, braucht keine Supplemente. Auch Superfood wie Chiasamen braucht ein sich gesund ernährender Mensch nicht.

Der für eine Stunde geplante Vortrag ging über zwei Stunden durch viele Fragen vom Publikum. Es war spannend, aber auch lustig bis zum Ende, man hätte noch genügend Diskussionsbedarf gehabt. Herr Bach hat ein so breites Spektrum auf Lager, dass es immer wieder interessant ist, zu einem Vortrag von ihm zu kommen.

Der Vortrag war der gelungene Auftakt eines Projektes des Elternbeirats unter dem Motto „MGG Extra“, bei dem jährlich Vorträge und Veranstaltungen geplant sind.

Text & Photos: OEA
Eingestellt am 24. 11. 2018

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